Krankheiten

KRANKHEITEN

(Quelle aus “Krankheiten der Heimtiere” K. Gabrisch/P. Zwart)

Baumstreifenhörnchen sind Fluchttiere, und versuchen selbst, wenn sie krank sind, nicht aufzufallen und sich ganz normal zu verhalten. Du solltest ein gutes Auge auf die Baumis haben und bei kleineren Anzeichen von Krankheiten einen Tierarzt aufsuchen. Sowie Fellausfall, Veränderungen des Kotes, Verfärbungen des Urins, usw.                                                                                                                                                                                         Ein krankes Hörnchen muss schnell behandelt werden, um ernsthafte Folgen zu verhindern. Deshalb ist die tägliche Kontrolle unumgänglich.     Die Ursachen für Erkrankungen sind so vielfältig wie die Erkrankungen selber. Mangelerscheinungen, schlechtes Futter oder Zugluft, unzureichende Hygiene führen dazu, dass ein Baumi erkranken kann. Auch Stress sorgt dafür, dass das Immunsystem geschwächt wird und dadurch Krankheitskeime leichter Schaden anrichten können. 

Typische Krankheiten bei Baumstreifenhörnchen

Atemwegserkrankungen - Erkältung: erkennbar aufgrund von Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Niesen, Nasenausfluss und Atemgeräusche. Ursachen sind im Allgemeinen Zugluft, Erkältungen und Infektionen. Hier muss schon um alleine der Feststellung der Ursache ein Tierarzt aufgesucht werden. Die Erkältungsanzeichen sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, denn aus einer harmlosen Erkältung kann schnell eine Pneumonie (Lungenentzündung) werden, die nicht selten zum Tod des Tieres führt. Atemwegserkrankungen sind mit Unfallverletzungen die häufigste Todesursache.

Rhinitis: Nasenausfluss, verklebte Nasenlöcher, Kratzspuren an der Nase sind Hinweise für Rhinitis oder Sinusitis. Rhinitis kann der Grund sein, warum das Baumstreifenhörnchen Zugluft, zu niedrige Luftfeuchtigkeit, Stress, oder hohe Temperaturen bekommen hat. Manchmal treten Allergien bei Hörnchen gegen bestimmte Heu- oder Streuarten auf, auch dies kann zu häufigem Niesen führen. Verklebte oder tränende Augen  können auch durch Zugluft oder durch Allergien auftreten.

Bronchopneumonie: Nasenausfluss, Niesen, Inappetenz, struppiges Fell, verstärkte Atmung, u.U. leises Fiepen sind häufig Zeichen für Unwohlsein oder Krankheiten. Hat das Tier Ungeziefer, Durchfall oder ist es abgemagert?... Meist ist die Gabe von einem Antibiotikum und das Wärmen des Tieres mit einer Infrarotlampe angebracht.

Schnupfen, Niesen: auch hier findet man hauptsächlich zwei Ursachen. Zum einen vertragen Streifenhörnchen keinen Zug. Beim Freilauf wird sich ein Tier kaum erkälten, da es sich nicht an zugigen Stellen länger aufhalten würde. In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass die Tiere den Kontakt mit Wasser eigentlich meiden. Sollte ein Tier durch Unachtsamkeit oder Unfall dennoch nass werden, bitte dafür sorgen, dass es warm gehalten werden kann und schnell abgetrocknet wird. Eine Infrarotlampe ist hier die einfachste und schnellste Lösung. Zum anderen scheinen manche Tiere gegen diverse Einstreu, vor allem gegen Kleintierstreu aus Holzspänen eine leichte Allergie zu zeigen, die sich durch Niesen äußert. In dem Fall sollte man einfach das Einstreu variieren. Hanfeinstreu, Rindenmulch, Maisstreu und fein gehäckseltes Stroh bieten Alternativen.

Zahnfehlstellung – Zahnmissbildungen: Eine Krankheit, die wie bei allen Nagern entweder genetisch, also erblich, bedingt ist, nach einer Kieferverletzung auftreten kann oder falsches, zu weiches Futter, können zu einem falschen Zahnwachstum führen. Da bei Nagern die Zähne dauerhaft wachsen, müssen sie ständig abgenutzt werden, um solche Fehlstellungen, die sogar zum Einwachsen der Zähne führen können, vermeiden. Die Schwere der Fehlstellung muss durch einen Tierarzt begutachtet werden. Oft kann man dem Tier durch regelmäßiges Kürzen der Zähne ein annähernd normales Leben bescheren. Klassische Symptome für Zahnfehlstellungen sind erschwerte Futteraufnahme, Mattigkeit, Abmagern des Hörnchens, und letztlich Futterverweigerung. Tiere mit solchen Defekten im Mundbereich dürfen auf keinen Fall zur Zucht eingesetzt werden, da sie dies an ihre Nachkommen weitergeben können. Sollte die Fehlstellung oder Missbildung so schwerwiegend sein, dass eine Nahrungsaufnahme nicht mehr selbstständig möglich ist, oder sollte das Tier die regelmäßige Kürzung der Zähne nicht ertragen, ist über Euthanasie nachzudenken.

Durchfall: Die Ursachen von Durchfall sind oft Stress, Infektionen oder Störungen der Darmflora, die meist durch eine Futterumstellung hervorgerufen werden. Erkennen können sie Durchfall an verklebtem Fell am After, Mattigkeit oder einem aufgetriebenen Bauch. Es gibt eigentlich nur zwei Ursachen für das Auftreten von Durchfall: den krankheitsbedingten Durchfall oder den ernährungsbedingten Durchfall. Der Kot von gesunden Tieren ist pinienkernförmig, dunkelbraun, leicht feucht und wird kleiner, wenn er trocknet. Gegen Durchfall sollte unbedingt vorgegangen werden, da die Tiere einen sehr knapp bemessenen Wasserhaushalt haben und sich einen größeren Flüssigkeitsverlust nicht leisten können, sie dehydrieren sehr schnell. Krankheitsbedingt tritt der Durchfall mit anderen Symptomen einer Krankheit auf wie stumpfe oder schläfrige Augen, struppiges Fell, Müdigkeit oder Erschöpfungszustände, Bewegungsauffälligkeit, Gleichgewichtsstörungen, ist der Gang zum Tierarzt unumgänglich. Zur Unterstützung der Behandlung kann man dem Tier zusätzlich Wasser mit Kamillentee (gefiltert) und Zwieback in Stücken anbieten. Ernährungsbedingter Durchfall durch Obst und Gemüse, welcher auch beim Menschen Durchfall und Blähungen verursachen können oder durch Futterumstellung. 

Nassschwanzkrankheit - “wet tail disease”: Das Hörnchen liegt im Allgemeinen apathisch am Boden und dünnflüssiger Durchfall durchnässt das Hinterteil. Empfohlen wird eine vorsichtige Reinigung des Hinterteils mit lauwarmem Wasser und Babyfeuchttücher, und einer Ernährung mit Zwieback und Kamillentee. Hier ist ein Tierarztbesuch dringend anzuraten, die Krankheit verläuft meist tödlich.

Stereotypien oder Käfigkoller: Stereotypien sind Zeichen einer ernsthaften Verhaltensstörung, die ohne Sinn andauernd wiederholt werden, z.B. Purzelbaum schlagen. Häufig leiden solche Baumstreifenhörnchen darunter, die in zu kleinen Käfigen gehalten werden. Ein solches Verhalten ist nur schwer wieder abzugewöhnen. In einigen Fällen hilft es, den Weg, den das Hörnchen nimmt, zu versperren. Wichtig ist die Vermeidung solcher Käfigkoller durch ausreichend Beschäftigungs- und Klettermöglichkeiten.

Epilepsie – Krampfanfall: Manche Baumstreifenhörnchen können an Epilepsie erkranken. Es treten akute Krampfanfälle auf, bei dem das Tier sich krampfartig und windend auf dem Boden wälzt. Die Anfälle dauern mitunter mehrere Sekunden bis Minuten. Auch da sofort einen Tierarzt aufsuchen! Die Gefahr bei den Anfällen liegt darin, dass das Hörnchen aus größerer Höhe abstürzen und sich dabei Verletzungen zuziehen kann. Stürze sind auch die Ursache für die Entwicklung von Epilepsie. Auslöser für Krämpfe sind auch Stress, Futtermangel oder Lichtreize (Flackern einer Leuchtstoffröhre). 

Lebererkrankung: Erkrankungen der Leber treten bei Baumstreifenhörnchen häufig auf, wenn die Ernährung nicht gesund und ausgewogen und zu fettreich ist. Vor allem ist die Überfütterung mit Chitin haltigem Lebendfutter (Mehlwürmer, Grillen, Heimchen,..) extrem belastend für die Leber.

Parasiten: 

Endoparasiten: Kokzidiose ist bei Streifenhörnchen relativ häufig. Kokzidien sind Einzeller, die den Magen-Darm-Trakt parasitär befallen. Bei stärkerem Befall treten deutliche Verdauungsstörungen wie blutiger, wässrig-schleimiger, brauner bis rötlicher Durchfall, Appetitmangel, Verstopfung, Krämpfe und Abmagerung auf. Das Tier verstirbt im Allgemeinen an Dehydratation (Wassermangel). Diagnose über Kotuntersuchung.

Wurmbefall: Über Heu, minderwertiges Futter oder den Bodengrund kann sich ein Hörnchen mit Wurmeiern infizieren, die sich dann im Darm zu ausgewachsenen Parasiten entwickeln. Solange ihr Baumi gesund ist, werden sie einen Wurmbefall kaum bemerken. Kommt es zu Stress oder ist das Immunsystem geschwächt, nehmen die Würmer Überhand und das Hörnchen magert ab. Endoparasiten und Giardien können mittels einer Kotprobe diagnostiziert werden. 

Ektoparasiten: Neben im Darm des Hörnchens lebenden Parasiten, stellen auch Ektoparasiten wie Milben, Flöhe oder Läuse immer mal wieder ein Problem dar.

Flohbefall: Beim Hörnchen entwickeln sich kleine, rote Pickel mit Haarausfall. Sie treten zuerst am Kopf und Nacken, später über den ganzen Körper auf. Mögliche Indizien für diese Quälgeister sind kahle Stellen oder andauerndes Kratzen. Quelle ist meist verunreinigte Einstreu, kontaminiertes Futter oder Heu. 

Milbenbefall: Unruhe mit Scheuern und Kratzen der dünnbehaarten Haut. Die Haut wird gelegentlich dickfaltig und ist meist mit gelben Krusten bedeckt.

Pilze & Hefe: verursachen kleine, runde Läsionen von fünf bis sieben Millimeter Durchmesser im Gesicht, einschließlich Ohr und Nase. 

Hauterkrankungen:

Alopezie: haarlose Stellen, die lokal oder symmetrisch am Körper auftreten oder nur den Schwanz betreffen. Die häufigste Ursache sind Ernährungsfehler, Vitaminmangel, gestörter Hormonhaushalt, evtl. Demodikose (Infektion der Haut mit Haarbalgmilben).

Haarlinge: sind kleine, längliche, weiße oder schwarze Würmchen, 1mm-1,5mm groß, doch sichtbar für das menschliche Auge. Sie verursachen blutige Wunden, kahle Stellen im Fell und vermehrtes Kratzen.

Kahle Stellen: -Durch Fellwechsel

Zwei Mal im Jahr wechseln Baumstreifenhörnchen ihr Fell. Im Frühjahr bekommen sie  ihr Sommerfell und im Winter wechseln sie zum wärmeren Winterfell. Bei dem jeweiligen  Fellwechsel treten schon mal kahle Stellen im Fell auf. Es muss nicht mit der Ernährung oder Krankheit zu tun haben. Bei “gesunden” kahlen Stellen, ausgelöst durch den  Fellwechsel, kann man eine Kur mit Grapefruitkernextrakt durchführen. Es unterstützt das Fellwachstum und enthält Vitamin C, entgiftet und entschlackt. Es ist in Apotheken  erhältlich, sollte in Form von Tropfen über einen Zeitraum von ca. Zwei Wochen angewandt  werden. Täglich einen Tropen GKE in 50ml Trinkwasser.

Verletzungen: Es gibt viele Möglichkeiten, wie und wo sich ein Baumstreifenhörnchen Verletzungen zuziehen kann. Die häufigsten Verletzungen sind das Einklemmen der Pfötchen im Türrahmen, Bisswunden durch andere Tiere, sowohl Katzen oder Hunde (im Speichel befindet sich die Pasteurella Bakterien), die Wunde entzündet sich und es bildet sich ein eitriger Abszess. Stürze mit Kopfverletzungen: dabei kann es zur Schwellung des Gehirns, Gehirnerschütterung oder Schädel-Hirn-Trauma kommen. Erkennbare Anzeichen ist eine schiefe Kopfhaltung, Gleichgewichtsstörung, Apathie, Bewusstlosigkeit bis zu epileptischen Anfällen. Nur der Tierarzt kann helfen. 

Stürze mit Frakturen: von Arme oder Beine werden in zwei Kategorien unterschieden. Bei einem geschlossenen Bruch schont das Hörnchen z.B. das Bein und hat bei jeder Bewegung Schmerzen, auch ist die Bruchstelle geschwollen. Im Normalfall wächst so eine Bruchstelle zusammen und ist mit geeigneter Untersuchung und Medikamente durch den Tierarzt schnell behandelt. Bei einem Splitterbruch sollte das Tier schnell und schmerzfrei eingeschläfert werden. Schwanzverletzungen sind auch mit Schwanzverlust möglich (nie das Hörnchen am Schwanz festhalten).

Stromverletzung: Durch das Knabbern an Stromleitungen, kann zum Tode führen.

Übertragungen von Mensch auf Hörnchen / von Hörnchen auf Menschen: Wir können das Streifenhörnchen nicht direkt mit Grippe, grippalen Infekten, Angina oder den anderen verbreiteten Infektionskrankheiten anstecken. Allerdings ist bei einer Krankheit unsererseits eine gewisse zusätzliche Hygiene ratsam. Dass man das Tier nicht direkt anhusten oder –niesen sollte, ist wohl selbstverständlich. Milben, Pilze und andere Parasiten werden oft von uns Menschen mit der Kleidung oder über nicht sachgerecht gelagertes Futter eingeschleppt. Etwas anderes ist der umgekehrte Weg, also vom Hörnchen auf den Menschen. Da einige Hörnchen, zumindest zeitweise, nicht nur gerne, sondern auch sehr kräftig zubeißen, kann eine Tetanusimpfung nur wärmstens empfohlen werden. Des Weiteren ist eine Übertragung des Spulwurms, Askariasis, über den Speichel der Hörnchen möglich. Dieser Befall ist unbehandelt für das Tier tödlich (Diagnose durch Kotprobe bei schlechtem Gesundheitszustand) und für den Menschen sehr unangenehm. Auch alle andere Wirbeltiere im Haushalt können bei Kontakt mit dem Speichel, Kot oder Schleimhäute befallen werden.

Notfallapotheke: Hier werden ein paar Mittel erwähnt, die man für den Notfall da haben sollte. Die Anwendung von Notfallmedikamenten ersetzt keinesfalls den Besuch beim Tierarzt. Eine ärztliche Diagnose und Behandlung ist zwingend notwendig.

Infrarotlampe mit Klemmhalterung: das Licht einer Rotlicht / Infrarotlampe ist sehr warm und unterstützt den Selbstheilungsprozess. Die Lampe kann bei jedem erkrankten Tier eingesetzt werden und auf Grund ihrer Wärmeabstrahlung ca. Einen Meter vor dem Hörnchen aufgestellt werden.

Notfalltropfen oder Rescue Remedy: Es ist kein Ersatz für einen Besuch beim Tierarzt, sondern stärkt nur vorübergehend die Abwehrkräfte.

Kamillentee: (gefiltert) kranke Tiere sollten Wasser mit Kamillentee bekommen. Es hilft gegen Duchfall und Erkältung und stärkt die Widerstandsfähigkeit.

Babybrei: Geschwächte und abgemargerte Tiere können mit einer Mischung aus Getreide, Obst und gemahlener Nüsse, und einem Tropfen Honig oder etwas Traubenzucker, aufgepäppelt werden. Dieser Brei kann auch mit einer kleinen Spritze direkt in den Mund gegeben werden.

Grapefruitkernextrakt: unterstützt das Fellwachstum und enthält Vitamin C. Entgiftet und entschlackt. Dosierung: siehe “kahle Stelle im Fell”.

Wundspray: für kleinere Verletzungen, z.B. Octenisept Wunddesinfektion.

Desinfektionsspray: bei kranken Tieren den Käfig öfter reinigen und gründlich desinfizieren.

Futterergänzungsmittel für Tiere

 Hakimol:                                                                                                                                                                                                                                         Flüssiges Ergänzungsfuttermittel für Tiere                                                                                                                                                                                      Zur Aufzucht aller Tiere. Enthält die lebensnotwendigen Vitamine A + D3 + E, standartisiert in wässriger Lösung.                                        Vitamin A : Unentbehrlich für ein normales Wachstum, hebt wirksam die Widerstandskraft gegen Aufzuchtkrankheiten.         Vitamin D3 : Das antirachitische Vitamin reguliert den Kalk- / Phosphorstoffwechsel, verhütet Skeletterkrankungen des wachsenden Tieres (Rachitis) und Knochenweiche.                                                                                                                                                        Vitamin E : Fördert die normale Entwicklung und Funktion  der Geschlechtsorgane bei männlichen und weiblichen Tieren. Ausserdem ist die Vitamin-A- Wirkung  bei gleichzeitiger Anwesenheit des Vitamin des Vitamin E gesteigert.                                           Die sonst öllöslichen Vitamine sind in der Zubereitung in eine Form gebracht, die sich mit Wasser und Lactosefreiem Natur-Joghurt leicht und gleichmäßig vermischen lässt und damit auch als Zusatz zum festen Tagesfutter zu geben ist.

Bio Grapefruitkern-Extrakt                                                                                                                                                                                                     Unterstützt das Fellwachstum und enthält Vitamin C. Entgiftet und entschlackt.                                                                                                        2 Wöchige Kur, mit täglich 1 Tropfen in 50ml frischem Trinkwasser oder in Lactosefreiem Naturjoghurt.